Serie A 2025/26 — Titelrennen, Aufsteiger und Wett-Profile der Vereine

Updated Oktober 2026
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Serie A Saison 2025/26 — Titelrennen, Aufsteiger und Wett-Profile der Vereine

Als ich im August 2025 zum ersten Mal die Saisonquoten der neuen Saison nebeneinander gelegt habe, fiel mir sofort auf, dass die Buchmacher das Ergebnis der Vorsaison noch nicht vollständig verarbeitet hatten. Napoli hatte gerade den vierten Scudetto seiner Vereinsgeschichte geholt, der Markt sah es trotzdem mit knapper Mehrheit hinter Inter. Solche Asymmetrien sind der natürliche Lebensraum jeder Saison- und Langzeitwette.

Die Serie A Saison 2025 26 ist aus drei Gründen besonders. Erstens: Das Titelrennen ist offener als seit Jahren — Napoli verteidigt, Inter rüstet nach, Juventus und Milan kommen aus Übergangsphasen, Atalanta steckt mitten in der Erneuerung. Zweitens: Vier Aufsteiger schreiben ihre eigene Geschichte — Pisa, Sassuolo, Cremonese und Como. Drittens: Die Zuschauerzahlen der Vorsaison haben die Liga wirtschaftlich gestärkt — 11.719.935 Besucher mit einem Saisonschnitt von 30.842 pro Spiel sind ein Wert, der die nächste Saison kommerziell ein gutes Stück breiter macht.

In den folgenden Abschnitten gehe ich Klub für Klub die Wett-Profile durch, ordne die typischen Quoten-Spannen ein und teile, wo ich persönlich Saisonwetten platziert habe und wo ich abgewartet habe.

Das Titelrennen im Überblick

Es gibt eine alte Regel beim Setzen von Saisonwetten, die ich von einem italienischen Kollegen gelernt habe: Schreibe die Quoten der Top-Fünf-Klubs am ersten Spieltag der Saison auf. Schreibe sie nach dem zehnten Spieltag erneut auf. Wenn ein Klub dazwischen mehr als 30 Prozent Quotenverbesserung gezeigt hat, war die August-Quote das eigentliche Wettfenster. Diese Regel funktioniert in der Serie A erstaunlich konsistent.

Die Eröffnungsquoten der Saison 2025/26 sahen Napoli und Inter am engsten beieinander, beide in einer Spanne von 2,50 bis 3,00 auf den Scudetto. Juventus lag bei 5,00 bis 7,00, Milan zwischen 7,00 und 10,00, Atalanta bei 12,00 bis 17,00. Roma und Lazio bewegten sich beide jenseits der 25,00 — ehrliche Außenseiter-Quoten, die im Titelrennen kaum eine Rolle spielen.

Italienische Meistertrophäe vor dem Spielfeld — Symbol für das offene Titelrennen 2025/26

Das aktuelle Titelrennen hat zwei Besonderheiten. Erstens: Napoli geht als Titelverteidiger ins Rennen — historisch hat die Serie A seit der Jahrtausendwende mehrfach erlebt, dass der Titelverteidiger im Folgejahr nicht mehr ganz oben landet, weil internationale Belastung und Kaderfluktuation die Saison verändern. Zweitens: Inter geht mit dem Druck der Niederlage aus der Vorsaison rein — ein Punkt Rückstand auf Napoli, das ist die schmerzhafteste aller Quoten.

Was an der Quoten-Struktur 2025/26 auffällt: Die Buchmacher haben die Top-Vier vergleichsweise eng zueinander modelliert. Wer eine eigene Modellwahrscheinlichkeit hat, die deutlich von dieser Symmetrie abweicht, findet hier am ehesten Wert. In offenen Titelrennen ist das Modell besser als die Linie, weil der Markt die Erwartung zwischen vier annähernd gleichstarken Mannschaften verteilt — und ein einzelner Klub mit echtem strukturellem Vorteil wird häufig unterbewertet.

Eine letzte Beobachtung: Napoli holte den Scudetto 2024/25 mit nur einem Punkt Vorsprung auf Inter — das war der vierte Meistertitel der Vereinsgeschichte. Solche knappen Meisterschaften sind in der Serie A häufiger als in Bundesliga oder Premier League, und sie sind der Hauptgrund dafür, dass Saisonwetten in dieser Liga überhaupt einen Markt haben.

Napoli als Titelverteidiger

Napoli hat in den letzten drei Jahren mehr Trainerwechsel verkraftet als andere Top-Klubs in einem ganzen Jahrzehnt. Spalletti, Mazzarri, Calzona, dann Conte — die Trainerbank hat in Süditalien gelitten, und trotzdem ist der vierte Scudetto der Vereinsgeschichte 2024/25 in Neapel gelandet. Diese Diskrepanz zwischen Trainerturbulenz und Titelgewinn ist die eigentliche Story der Vorsaison.

Für die Saison 2025/26 ist der Kern entscheidend: Wie weit reicht die Mannschaft, die Conte in seinem ersten Jahr neu vermessen hat? Italienische Trainerwerkzeit ist zyklisch — das erste Jahr ist häufig Aufbau, das zweite Jahr die Stabilisierungsphase, das dritte Jahr die kritische Schwelle, an der entweder ein neuer Zyklus startet oder das Projekt erodiert. Napoli steht in der zweiten Jahresphase.

Aus Wett-Sicht macht das Napoli zu einem Klub mit relativ enger Quoten-Spanne in den Einzelspielen. Heimsieg-Quoten im Maradona-Stadion gegen Mittelfeld-Klubs liegen typischerweise zwischen 1,40 und 1,75 — kein Value-Markt. Spannender ist die Saisonwette in der zweiten Saisonhälfte, wenn die Doppelbelastung Champions League plus Liga die Punktebilanz nach zwölf bis fünfzehn Spieltagen abbildet. Wer im November noch eine Scudetto-Quote von 3,00 auf Napoli sieht, kann diese Quote gegen seine eigene Modellschätzung halten.

Volles Maradona-Stadion in Neapel mit Tifo der Tifosi — Heimstärke des Titelverteidigers

Ein wichtiger Datenpunkt für Napoli: Die Heimstärke im Diego Armando Maradona-Stadion ist saisonübergreifend eine der stabilsten Größen der Liga. Wer den Klub als Wettobjekt analysiert, sollte sich diesen Faktor nicht entgehen lassen. Eine ausführliche Aufstellung der typischen Wett-Profile des SSC Neapel — Heim/Auswärts-Splits, Spielprofile gegen unterschiedliche Gegnertypen, typische Markt-Inefficienzen — habe ich in meiner ergänzenden Analyse zum Wettprofil des SSC Neapel dokumentiert.

Inter als ewiger Herausforderer

Ein Punkt Rückstand am letzten Spieltag der Vorsaison — das ist die schmerzhafteste Position im italienischen Fußball. Inter ist 2025/26 mit dem Druck angetreten, dass die Mannschaft in jeder Standardbewertung als Co-Favorit gilt, aber im Vorjahr knapp gescheitert ist. Daraus entsteht ein eigenes Wett-Profil.

Was Inter strukturell auszeichnet, ist die Defensivorganisation. Über die letzten drei Saisons hat der Klub konstant zu den drei besten Defensiven der Liga gehört, mit Gegentor-Werten zwischen 0,8 und 1,0 pro Spiel. Das macht Inter zu einem überdurchschnittlich attraktiven Kandidaten für den Markt Über/Unter 2,5 — speziell Unter 2,5 in Spielen gegen Mittelfeld-Klubs. Quoten auf Unter 2,5 in Inter-Spielen liegen häufig zwischen 1,75 und 2,00 und sind in den letzten zwei Saisons systematisch profitabel gewesen.

Inter-Mailand-Defensive in Aktion im Giuseppe Meazza — Sinnbild der besten Liga-Defensive

Auf der Saisonwette ist Inter der typische Hedge-Klub. Wenn ich Napoli zu Saisonbeginn auf den Scudetto setze, neige ich dazu, eine kleinere Position auf Inter zu eröffnen — nicht weil ich Inter für gleich stark halte, sondern weil ein zweikampfartiges Titelrennen den Erwartungswert der Hedge-Linie nach oben treibt. Diese Strategie funktioniert nur, wenn die kombinierten Quoten dir bei einem der beiden Klubs einen positiven Ausgang garantieren — also wenn 1/Quote-A plus 1/Quote-B kleiner ist als 0,90.

Aus den Einzelspielen heraus: Inter-Heimspiele im Giuseppe Meazza haben einen ungewöhnlich hohen Erwartungswert auf den Heimsieg, gleichzeitig aber eine überdurchschnittliche X-Quote in den Spielen, die im Standard-Modell 0:0 oder 1:1 enden. Die Mannschaft kontrolliert Spiele, ohne sie immer entscheiden zu können — ein Profil, das beim Asian Handicap besonders gut zu lesen ist.

Juventus und Milan im Übergang

Es gibt zwei italienische Klubs, deren Saisonquoten ich grundsätzlich erst nach dem zehnten Spieltag ernst nehme: Juventus und Milan. Beide befinden sich strukturell in Übergangsphasen, beide haben in den letzten Jahren mehrere Trainer- und Kaderzyklen durchlaufen, und beide werden vom Markt zu Saisonbeginn häufig falsch eingepreist — manchmal nach oben, manchmal nach unten.

Juventus geht 2025/26 mit dem klaren Auftrag in die Saison, in die Champions-League-Plätze zurückzukehren. Die Eröffnungsquoten auf den Scudetto lagen bei 5,00 bis 7,00, was die Marktmeinung „drei Stufen unter Napoli und Inter, aber klar vor Atalanta“ ausdrückt. Cristiano Giuntoli als Football Managing Director hat den Klub neu strukturiert — bemerkenswert war seine Aussage zum Thema Integrität, in der er Integrität und Fairness als Fundament jeder Disziplin beschreibt und die Prävention von Match-Fixing als grundlegende Aufgabe sieht. Das wirkt im Wettkontext zunächst wie eine Randnotiz, ist aber für Saisonwetten relevant: Ein Klub, dessen sportliche Führung das Thema Integrität offen als Priorität benennt, signalisiert organisatorische Stabilität, und Stabilität ist für die Konstanz über eine Saison entscheidend.

Milan dagegen ist die Wundertüte. In den letzten fünf Saisons hat der Klub zwischen Platz 1 und Platz 8 gependelt — eine Streuung, die für einen Klub dieser Größenordnung ungewöhnlich ist. Aus Wett-Sicht ist Milan der Klub, bei dem Einzelspielwetten häufig spannender sind als Saisonwetten. Heimspiele im San Siro haben gegen Top-6-Gegner ein Quoten-Profil, das oft asymmetrisch zur tatsächlichen Spielstärke liegt — der Markt erinnert sich an die starken Phasen und unterbewertet die schwachen.

Bei beiden Klubs gilt: Saisonwetten setze ich frühestens nach dem zehnten Spieltag, wenn die Quoten-Verschiebung nach den ersten Punktrundern eine realistische Spielstärke abbildet. Eine 6,00er-Quote im August auf Juventus wird häufig zu einer 9,00er-Quote im November — das ist das eigentliche Wettfenster.

Spieler von Juventus und AC Mailand in einem Derby — beide Klubs im sportlichen Übergang

Roma, Atalanta und Lazio

Die Plätze vier bis sechs der Serie A 2025/26 sind das eigentliche Tabellenmittelfeld der Top-Klubs — drei Mannschaften mit unterschiedlichen Profilen, gemeinsamem Top-6-Anspruch, aber selten Titelambitionen. Aus Wett-Sicht ist dieses Trio besonders interessant, weil die Quoten-Spannen breiter sind als bei den Top-Drei.

Roma hat in den letzten Jahren ein typisches Top-6-Profil entwickelt: starke Defensive, durchwachsene Offensive, hohe Heimstärke im Olimpico. Saisonquoten auf einen Platz unter den ersten Vier lagen zu Saisonbeginn zwischen 4,00 und 6,00 — eine faire Marktbewertung. Was Roma als Einzelspielwette interessant macht, ist die hohe Rotation zwischen Europa League und Liga, die in den Spielen nach internationalem Donnerstag häufig zu schwächeren Aufstellungen führt.

Atalanta ist das vielleicht eigenwilligste Wett-Profil der Liga. Nach dem zwölften Spieltag der laufenden Saison 2025/26 stand der Klub mit sieben Remis aus zwölf Begegnungen an der Spitze der Unentschieden-Statistik — ein Anteil von 58 Prozent, der weit über dem Liga-Durchschnitt liegt. Wer das X im 1X2 in Atalanta-Spielen ignoriert, lässt systematisch Wert auf dem Tisch. Saisonwetten auf Atalanta sind dagegen vorsichtig zu setzen, weil die Mannschaft sportlich gerade in einer Erneuerungsphase steckt — die Quote auf einen Champions-League-Platz lag zu Saisonbeginn bei 3,00 bis 4,00, was die langjährige Atalanta-Stärke noch nicht vollständig korrigiert hat.

Atalanta-Spieler nach einem Unentschieden auf dem Platz — Sinnbild der Remis-Anomalie

Lazio bewegt sich zwischen Platz fünf und Platz acht — eine breite Spanne, die für Saisonwetten unattraktiv ist, für Top-6-Wetten aber interessant. Heimspiele im Olimpico gegen unterklassige Gegner haben oft einen festen Quoten-Bereich von 1,55 bis 1,85, der über die Saison hinweg systematisch profitabel sein kann, wenn die Mannschaft im Herbst gut startet.

Eine Beobachtung, die ich aus den letzten Saisons mitnehme: Bei diesen drei Klubs zahlt sich Geduld aus. Wer im August Saisonwetten platziert, bekommt enge Quoten und hohe Streuung. Wer dagegen Einzelspielwetten in spezifischen Konstellationen sucht — etwa Atalanta-Auswärts mit hohem X-Anteil, Roma-Heim nach internationalem Donnerstag, Lazio-Heim gegen einen Mittelfeldklub — findet im Saisonverlauf wiederkehrende, dokumentierbare Muster.

Die Aufsteiger 2025/26

Pisa, Sassuolo, Cremonese und Como sind die vier Klubs, die 2025/26 den Sprung in die Serie A geschafft haben. Drei von ihnen haben den Abstieg aus der Liga in den letzten fünf Saisons mindestens einmal erlebt — nur Como ist ein klassischer Aufsteiger ohne Erfahrung mit der Liga in jüngerer Vergangenheit.

Die Klassenerhalt-Quoten lagen zu Saisonbeginn deutlich über der Marke 1,50 — Sassuolo bei 1,75 bis 2,00, Como bei 1,90 bis 2,30, Cremonese und Pisa beide jenseits der 2,50. Das ist eine ehrliche Buchmacher-Bewertung der Aufstiegsmannschaften. Drei dieser vier Klubs werden die Saison statistisch im Tabellenkeller verbringen.

Aus Wett-Sicht sind Aufsteiger besonders interessant in Spielen gegen Top-Klubs zu Hause. Die Buchmacher modellieren Quoten häufig nach dem klassischen Heim/Auswärts-Muster und unterschätzen, dass ein Heim-Aufsteiger mit klarer Defensivkonzeption gegen einen müden Top-6-Klub aus der Champions League einen Wert auf X oder X2 haben kann. Quoten von 3,40 bis 4,00 auf X in Aufsteiger-Heimspielen gegen Top-Klubs sind regelmäßig statistisch zu hoch.

Was ich vermeide: Saisonwetten auf den Klassenerhalt-Außenseiter. Quoten von 4,00 oder 5,00 auf „Klassenerhalt sichern“ sind mathematisch nur dann attraktiv, wenn die Mannschaft strukturelle Vorteile mitbringt — etwa eine starke Defensivachse oder einen erfahrenen Cheftrainer. Ohne diese Vorteile ist die Quote eher fair als günstig.

Pisa und Cremonese kehren beide nach längeren Aufenthalten in der Serie B zurück. Die typische Anpassungsphase eines Aufsteigers an die Serie A dauert sechs bis acht Spieltage — in dieser Phase liegt die durchschnittliche Punkteausbeute eines Aufsteigers regelmäßig deutlich unter dem Vorjahressaisonschnitt. Wer Einzelspielwetten auf Aufsteiger setzt, sollte diese Anpassungsphase als eigene Datendimension einplanen, weil die Buchmacher sie häufig erst nach acht bis zehn Spieltagen vollständig modellieren.

Spieler eines italienischen Aufsteiger-Klubs in der Anpassungsphase an die Serie A

Como nimmt eine Sonderstellung ein — der Klub spielt seit Jahrzehnten erstmals wieder in der Serie A und hat in der Vorsaison ein offensives Profil gezeigt, das in der höheren Liga riskanter wird. Quoten auf Über 2,5 in Como-Spielen liegen entsprechend auffällig hoch, was häufig der erste Hinweis ist, dass der Markt das Spielprofil noch nicht eindeutig eingeordnet hat.

Abstiegskampf und die letzten drei Plätze

Drei Klubs steigen am Ende jeder Serie-A-Saison ab — das war seit der Liga-Reform 2004/05 fast immer so, und es wird auch 2025/26 so sein. Was diese Regel für Wettende bedeutet: Die Quoten auf „Absteiger“ und „Nicht-Absteiger“ haben über die Saison hinweg klare Bewegungsmuster, die sich systematisch lesen lassen.

Die typische Saisondynamik im Tabellenkeller verläuft in drei Phasen. Phase eins, Spieltag 1 bis 12: Die Quoten der vier bis fünf abstiegsgefährdeten Klubs schwanken stark, weil zwei oder drei dieser Mannschaften zu Saisonbeginn überraschend punkten und der Markt sie überbewertet. Phase zwei, Spieltag 13 bis 25: Die Quoten stabilisieren sich, weil sich die echten Abstiegskandidaten herauskristallisieren. Phase drei, Spieltag 26 bis 38: Ein Klub kämpft typischerweise mit drei oder vier Mitstreitern um den 17. Tabellenplatz, was die Einzelspielwetten dieser Mannschaften extrem volatil macht.

Die Wett-Logik für den Abstiegskampf: In der ersten Saisonphase ist es selten lohnend, auf den Abstieg eines konkreten Klubs zu setzen — die Quoten sind weich und volatil. In der zweiten Phase, etwa ab Spieltag 13, lassen sich strukturelle Differenzen zwischen den Klubs erkennen, und hier liegen die ersten ernsthaften Wettfenster. In der dritten Phase ist der Markt häufig schon korrigiert, und neue Value-Lücken entstehen nur durch konkrete Ereignisse — Trainerentlassungen, Verletzungen, Punktabzüge.

Was ich bei Abstiegskampf-Einzelspielwetten besonders im Blick habe: das X. Spiele zwischen zwei abstiegsgefährdeten Klubs enden überdurchschnittlich oft mit einem Unentschieden, weil beide Mannschaften nicht verlieren wollen und das Spiel taktisch abgekühlt führen.

Das Capocannoniere-Rennen

Mateo Retegui war 2024/25 mit 25 Toren der Capocannoniere — der Top-Torjäger der Serie A. Diese Marke ist die Referenz für 2025/26, und es lohnt sich, sie nüchtern zu betrachten. 25 Tore in 38 Spielen sind ein hervorragender Wert für die Serie A, aber kein außergewöhnlicher. Die Liga produziert seltener 30-Tore-Saisons als Premier League oder Bundesliga, weil die Tore stärker auf mehrere Stürmer verteilt sind.

Für 2025/26 sind die typischen Kandidaten Lautaro Martinez (Inter), Rasmus Hojlund (jüngerer Top-Stürmer, sofern transferiert), Kenan Yildiz (Juventus), Marcus Thuram (Inter) und Nico Paz (jüngerer Mittelfeldspieler mit Torschützen-Potenzial). Die Eröffnungsquoten lagen bei den ersten drei Kandidaten zwischen 7,00 und 12,00, bei den weiteren Kandidaten jenseits der 15,00.

Italienischer Top-Stürmer beim Torjubel — Kandidaten-Profil für den Capocannoniere

Was eine Capocannoniere-Wette mathematisch schwer macht: Sie hat zwei Erfolgsbedingungen. Erstens muss der Spieler über die gesamte Saison gesund bleiben. Zweitens muss seine Mannschaft genug Tore produzieren, um ihm 20 bis 25 Treffer zu erlauben. Beides ist nicht trivial.

Meine Erfahrung mit Capocannoniere-Wetten: Sie funktionieren als kleine Saisonpositionen, nicht als Hauptwetten. Wer 0,5 Prozent der Bankroll auf einen Top-Drei-Kandidaten setzt und 0,2 Prozent auf zwei Außenseiter (Quoten ab 18,00), hat ein Portfolio mit positivem Erwartungswert über mehrere Saisons. Wer drei Prozent auf einen einzigen Spieler setzt, hat keine Strategie, sondern eine Hoffnung.

Eine Asymmetrie, die viele übersehen: Stürmer von Aufsteigern und Mittelfeldklubs sind bei Capocannoniere-Quoten oft unterbewertet. In den letzten fünf Saisons kam der Top-Torjäger zweimal nicht aus den Top-Vier-Klubs — eine Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent für einen Außenseiter ist deutlich höher, als die Quoten typischerweise suggerieren.

Wann sich Langzeitwetten in der Serie A lohnen

Saisonwetten sind die Wettform mit der höchsten emotionalen Bindung — du hängst neun Monate an einer einzigen Linie. Das macht sie psychologisch anstrengend und finanziell tückisch, weil dein Geld monatelang gebunden ist.

Drei Zeitpunkte sind für Saisonwetten in der Serie A typischerweise am wertvollsten. Der erste Zeitpunkt liegt im August, unmittelbar nach Veröffentlichung der Eröffnungsquoten. Wer in dieser Phase setzt, hat den Vorteil maximaler Quoten — aber den Nachteil, dass die Mannschaftsstärke noch nicht durch reale Spiele bestätigt ist. Der zweite Zeitpunkt liegt nach dem zehnten Spieltag, wenn die Quoten-Verschiebung die ersten realen Punkte abbildet. Der dritte Zeitpunkt liegt im Januar nach dem Mercato — die Wintertransfers können die zweite Saisonhälfte deutlich verändern.

Cash-Out ist eine Funktion, die ich bei Saisonwetten selten benutze. Die Logik dahinter klingt verlockend — du kannst deine Wette vor Saisonende zu einer aktuellen Quote schließen und einen Teilgewinn realisieren —, aber die Margin des Buchmachers auf Cash-Out ist häufig hoch, und der Erwartungswert ist negativ. Wer eine Saisonwette ernsthaft platziert hat, sollte sie bis zum letzten Spieltag durchhalten.

Eine letzte Beobachtung: Saisonwetten in der Serie A profitieren von der Liga-Volatilität. In einer Liga, in der der Meister 2024/25 nur einen Punkt Vorsprung hatte, sind Quoten auf alternative Szenarien — etwa „Inter wird Zweiter“ oder „Top-Drei-Klassement“ — häufig wertvoller als die reine Meisterwette.

Wann werden Scudetto-Quoten typischerweise am wertvollsten?

Die höchsten Quoten findest du im August unmittelbar nach Saisoneröffnung — der Markt hat hier die geringste Daten-Sicherheit, und Außenseiter-Quoten sind besonders attraktiv. Das zweite wertvolle Fenster liegt nach dem zehnten Spieltag, wenn die ersten realen Punkte zu einer Quoten-Korrektur geführt haben und Mannschaften, die unter Wert in die Saison gestartet sind, noch immer hohe Quoten haben. Wer in der Saison 2024/25 nach Spieltag 10 auf Napoli gesetzt hat, fand noch Quoten von 4,00 bis 5,00 vor, obwohl der Klub bereits in der Spitzengruppe lag.

Wie schätzt man die Chancen der Serie-A-Aufsteiger 2025/26 ein?

Drei der vier Aufsteiger werden statistisch im Tabellenkeller landen. Klassenerhalt-Quoten zwischen 1,75 und 2,30 sind eine ehrliche Markteinschätzung. Wer auf einen einzelnen Aufsteiger den Klassenerhalt setzt, sollte strukturelle Vorteile prüfen: erfahrener Trainer, stabile Defensivachse, finanziell solide aufgestellter Verein. Spannender als die Saisonwette sind Einzelspielwetten — Heimspiele eines Aufsteigers gegen Top-Klubs mit Champions-League-Belastung haben häufig systematisch zu hohe X-Quoten zwischen 3,40 und 4,00.

Wer sind die heißesten Kandidaten für den Capocannoniere 2025/26?

Die Eröffnungsquoten setzen Lautaro Martinez, Marcus Thuram und Kenan Yildiz in der Spanne 7,00 bis 12,00 an der Spitze, gefolgt von einem Feld jüngerer Spieler wie Nico Paz im Bereich 15,00 und höher. Wer das Profil von Mateo Retegui aus der Vorsaison als Schablone nimmt — Stoßstürmer mit konstanter Spielzeit in einem Klub mit klar offensiver Ausrichtung — sieht, dass auch Stürmer von Mittelfeldklubs realistische Chancen haben. In zwei der letzten fünf Saisons kam der Capocannoniere nicht aus den Top-Vier-Klubs.

Geschrieben von der Redaktion „Fussball Serie a Wetten”.

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